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Projektmanagement

Bestandsmanagement: So behältst du deine Lagerbestände im Griff

Ruth Trucks 11 Min. Lesezeit
Bestandsmanagement So behltst du deine Lagerbestnde im Griff

Zu viel Ware im Lager bindet Kapital, das anderswo fehlt. Zu wenig Ware bedeutet leere Regale, verärgerte Kunden und verlorene Umsätze. Diesen Spagat täglich zu meistern ist die Kernaufgabe des Bestandsmanagements, und viele Unternehmen unterschätzen, wie viel Geld und Zeit sie durch unstrukturierte Prozesse verlieren.

Das Problem liegt meistens bei fehlender Übersicht. Excel-Tabellen reichen irgendwann nicht mehr aus. Mit den richtigen Methoden kannst du einen Bestandsprozess aufbauen, der zuverlässig funktioniert und mit deinem Unternehmen wächst.

Du erfährst, was Bestandsmanagement bedeutet, welche Aufgaben und Kennzahlen wirklich zählen und wie Methoden wie die ABC-XYZ-Analyse dabei helfen, Bestände gezielt zu steuern statt zu raten. Außerdem zeigen wir, wie du in fünf Schritten einen Prozess aufbaust und optimierst, der wirklich funktioniert und nicht nach drei Monaten wieder zusammenbricht.

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Zusammenfassung

  • Beim Bestandsmanagement geht es darum, dass du deine Warenbestände gezielt planst, steuerst und im Blick behältst. Das Ziel ist dabei, die richtige Menge zur richtigen Zeit am richtigen Ort verfügbar zu haben. Gleichzeitig möchtest du die Lagerkosten so gering wie möglich halten.
  • Die ABC-XYZ-Analyse hilft dir dabei, deine Artikel nach Wert und Planbarkeit der Nachfrage zu priorisieren. So kannst du deine Ressourcen gezielt dort einsetzen, wo sie den größten Effekt haben. Du verschwendest keine Zeit mehr mit unwichtigen Artikeln.
  • Sicherheitsbestand, Bestellpunkt und wirtschaftliche Bestellmenge sind die drei zentralen Parameter für dein Bestandsmanagement. Jedes funktionierende System braucht diese Grundlagen. Ohne sie steuerst du im Blindflug.
  • Die fünf wichtigsten Kennzahlen im Bestandsmanagement sind Lagerumschlag, Reichweite, Servicegrad, Bestandsgenauigkeit und Obsoleszenzrate. Zusammen zeigen sie dir, wie gut dein Unternehmen seine Bestände wirklich steuert. Diese KPIs geben dir die nötige Transparenz für fundierte Entscheidungen.
  • Mit monday AI Work Platform kannst du deine Lagerbestände zentral auf digitalen Boards verfolgen. Bestellpunkte lassen sich durch automatische Benachrichtigungen überwachen. Echtzeit-Dashboards zeigen dir auf einen Blick, wo Handlungsbedarf besteht.

Was ist Bestandsmanagement und warum lohnt es sich, es richtig zu machen?

Bestandsmanagement ist die systematische Planung, Steuerung und Überwachung aller Warenbestände in einem Unternehmen. Das Ziel ist, die richtige Menge zur richtigen Zeit am richtigen Ort verfügbar zu haben, und zwar bei möglichst geringen Lagerkosten. Es umfasst Bedarfsplanung, Nachschubsteuerung, Bestandsüberwachung und die kontinuierliche Optimierung zwischen Lieferfähigkeit und Kapitalbindung.

In der Definition siehst du schon den zentralen Zielkonflikt. Hast du von einem Artikel zu viel auf Lager, bindet das Kapital und verursacht Lagerkosten. Hast du zu wenig, kannst du nicht liefern und verlierst Kunden. Diese Balance zu finden macht den Unterschied zwischen einer funktionierenden und einer chaotischen Lagerverwaltung.

Ein Bestand umfasst alle Waren und Materialien, die dein Unternehmen hält. Die vier Grundarten sind:

  • Rohstoffbestand: Materialien, die noch nicht verarbeitet wurden
  • Halbfertigwarenbestand: Produkte, die sich noch in der Produktion befinden
  • Fertigwarenbestand: Fertige Produkte, die auf den Versand warten
  • Handelswaren: Zugekaufte Waren, die unverändert weiterverkauft werden

Neben diesen Grundarten gibt es den Sicherheitsbestand, einen bewusst gehaltenen Puffer für unerwartete Nachfrageschwankungen oder Lieferverzögerungen, sowie den Pipeline-Bestand, also Waren, die sich gerade im Transport befinden und noch nicht im Lager angekommen sind.

Bestandsmanagement und -Planung

Die wichtigsten Aufgaben im Bestandsmanagement kennen und umsetzen

Bestandsmanagement braucht deine kontinuierliche Aufmerksamkeit. Wenn du die Kernaufgaben kennst, kannst du sie gezielt organisieren und sicherstellen, dass wichtige Schritte im Tagesgeschäft ihren festen Platz haben.

Die wichtigsten Aufgaben sind die Bedarfsplanung, die Nachschubsteuerung, die Bestandsüberwachung und das Lieferantenmanagement. Bei der Bedarfsplanung berechnest du, wie viel von einem Produkt in einem bestimmten Zeitraum benötigt wird. Das ist dein Ausgangspunkt. Darauf aufbauend steuerst du den Nachschub, überwachst deine Bestände und managst deine Lieferanten.

  • Bedarfsplanung (Forecasting): Du nutzt Verkaufsdaten, Saisonalität und Markttrends, um zu berechnen, wie viel von einem Produkt du in einem festgelegten Zeitraum benötigst.
  • Nachschubsteuerung: Du legst fest, wann und wie viel nachbestellt wird und richtest definierte Bestellpunkte ein, die eine Bestellung automatisch auslösen.
  • Bestandsüberwachung: Du kontrollierst laufend die tatsächlichen Lagermengen, was heute oft durch digitale Echtzeit-Systeme leicht gemacht ist.
  • Bestandsgenauigkeit: Du gleichst regelmäßig den buchhalterischen Bestand im System mit dem physischen Bestand im Lagerab, um Abweichungen frühzeitig zu erkennen.
  • Risikomanagement: Du erkennst Risiken wie Lieferausfälle oder drohende Obsoleszenz rechtzeitig und federst sie durch geeignete Maßnahmen ab.

 

Gut zu wissen

Bestandsgenauigkeit ist einer der am häufigsten unterschätzten Bereiche im Lager. Abweichungen zwischen System und physischem Bestand entstehen durch Buchungsfehler, Schwund oder Diebstahl und können im Laufe der Zeit richtig teuer werden.

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ABC-Analyse und XYZ-Analyse: Bestände gezielt priorisieren

Mit der ABC-Analyse teilst du deine Artikel gezielt nach ihrem Wert oder Verbrauchsanteil in drei Gruppen ein. Das ermöglicht dir, Zeit und Budget dort einzusetzen, wo sie den größten Effekt haben. Du kannst dich dann auf das Wesentliche konzentrieren und behältst die wichtigsten Artikel besonders gut im Blick.

Die ABC-Analyse teilt deine Artikel in drei Gruppen:

  • A-Artikel: Hoher Wert, geringer Mengenanteil. Diese Artikel erfordern eine besonders engmaschige Überwachung.
  • B-Artikel: Mittlerer Wert und Mengenanteil. Eine moderate Überwachung ist hier ausreichend.
  • C-Artikel: Geringer Wert, hoher Mengenanteil. Bei diesen Artikeln genügen einfache Regeln.

Die XYZ-Analyse fügt der ABC-Analyse eine zweite Dimension hinzu. Während die ABC-Analyse den Wert betrachtet, schaust du dir bei der XYZ-Analyse die Planbarkeit der Nachfrage an. X-Artikel kannst du gut vorhersagen, weil ihre Nachfrage stabil ist. Y-Artikel schwanken stärker und folgen oft saisonalen Mustern. Z-Artikel sind unregelmäßig und lassen sich nur schwer planen.

Kombinierst du beide Methoden, erhältst du die ABC-XYZ-Matrix und siehst auf einen Blick, welche Strategie für welche Artikel passt.

X (stabil)Y (saisonal)Z (unregelmäßig)
A (hoher Wert)Engste Überwachung, niedrige SicherheitsbeständeSaisonale Planung, mittlere PufferHohe Sicherheitsbestände, enge Lieferantenabstimmung
B (mittlerer Wert)StandardprozesseFlexible PlanungRegelmäßige Überprüfung
C (geringer Wert)Einfache RegelnSammelbestellungenMinimaler Aufwand

5 Schritte zu einem funktionierenden Bestandsmanagement-Prozess

Schritt 1: Bestandsstrategie aus der Unternehmensstrategie ableiten

Deine Bestandsstrategie entwickelst du direkt aus der Unternehmensstrategie. Ein Unternehmen, das auf schnelle Lieferzeiten setzt, braucht höhere Sicherheitsbestände als eines, das auf Kostenführerschaft setzt. Überlege also zuerst, welche Prioritäten dein Unternehmen hat und leite daraus ab, wie du deine Bestände aufbaust.

Schritt 2: Artikel mit der ABC-Methode klassifizieren

Die ABC-Klassifizierung hilft dir, Ressourcen dort einzusetzen, wo sie wirklich zählen. Wenn du alle Artikel gleich behandelst, verlierst du wertvolle Zeit und Geld an den falschen Stellen. Mit der ABC-Methode konzentrierst du dich auf das, was einen Unterschied im Budget oder Umsatz machen kann.

Schritt 3: Sicherheitsbestand und Bestellpunkt berechnen

Der Sicherheitsbestand ist dein Puffer gegen Unvorhersehbares. Er schützt dich vor Lieferengpässen, wenn ein Lieferant sich verspätet, und vor Nachfragespitzen, die du nicht exakt vorhersagen konntest. Ohne diesen Puffer riskierst du Lieferausfälle und verärgerte Kunden.

Die Höhe des Sicherheitsbestands hängt dabei von der Schwankung der Nachfrage und der Lieferzeit ab. Der Bestellpunkt (English: Reorder Point) ist der Lagerbestand, bei dem eine neue Bestellung ausgelöst werden soll. Berechne ihn mit dieser Faustregel: Bestellpunkt = Durchschnittlicher Tagesverbrauch × Lieferzeit + Sicherheitsbestand. Diese Formel stellt sicher, dass du rechtzeitig nachbestellst, bevor der Bestand kritisch wird.

Bestellpunkt Errechnungsformel

Schritt 4: Wirtschaftliche Bestellmenge bestimmen

Die wirtschaftliche Bestellmenge, auch EOQ (Economic Order Quantity), ist die Bestellmenge, bei der die Summe aus Bestellkosten und Lagerkosten am niedrigsten ist. Wenn du dich daran hältst, bestellst du weder zu oft in kleinen Mengen (hohe Bestellkosten) noch zu selten in großen Mengen (hohe Lagerkosten).

Die klassische Formel lautet: EOQ = √(2 × Jahresbedarf × Bestellkosten pro Bestellung / Lagerkostensatz pro Einheit). Berechne die EOQ für deine A-Artikel mit dieser Formel oder nutze digitale Tools, die dir die Berechnung abnehmen. Passe die Werte an, sobald sich Bestellkosten oder Lagerkosten ändern.

EOQ Formel zur Berrechnung

Schritt 5: Parameter regelmäßig überprüfen und anpassen

Lieferzeiten ändern sich, Nachfragemuster verschieben sich, und Kosten entwickeln sich weiter. Deshalb musst du deine Parameter regelmäßig überprüfen und anpassen. Kontrolliere quartalsweise bei A-Artikeln den Sicherheitsbestand, den Bestellpunkt und die wirtschaftliche Bestellmenge.

Prüfe dabei, ob sich die durchschnittliche Lieferzeit deiner Lieferanten verändert hat, ob die Nachfrageschwankungen zugenommen haben und ob Bestellkosten oder Lagerkostensätze gestiegen sind. Bei B- und C-Artikeln reichen halbjährliche Zyklen aus. Diese regelmäßigen Überprüfungen halten dein System aktuell und verhindern, dass veraltete Annahmen zu Überbeständen oder Lieferengpässen führen.

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Die 5 wichtigsten Bestandsmanagement-Kennzahlen für fundierte Entscheidungen

Um diese fünf Schritte effektiv umzusetzen, brauchst du Kennzahlen (KPI, Key Performance Indicators). Die folgenden fünf KPIs geben dir genau diese Transparenz und zeigen, wie gut dein Unternehmen seine Bestände wirklich steuert. Auf monday AI Work Platform lassen sich diese Kennzahlen in einem Projekt-Dashboard abbilden.

KPIWas er misstZiel
LagerumschlagWie oft der Bestand pro Jahr erneuert wirdMöglichst hoch
Reichweite (Days of Supply)Wie viele Tage der aktuelle Bestand reichtBranchenabhängig
Servicegrad (Fill Rate)Anteil der Aufträge, die direkt aus dem Lager erfüllt werdenÜber 95 %
BestandsgenauigkeitAbgleich System- vs. physischer BestandÜber 99 %
ObsoleszenzrateAnteil veralteter oder nicht mehr verkäuflicher BeständeMöglichst niedrig

Der Lagerumschlag zeigt, wie schnell Waren fließen. Als grober Richtwert gilt in der Industrie eine Lagerreichweite von 30 bis 60 Tagen, je kürzer, desto effizienter läuft die Lieferkette.

Bestandsmanagement in Fertigung, Handel und Großhandel

In der Fertigung liegt der Fokus auf Rohstoffen und Halbfertigwaren. Methoden wie Just-in-Time (JIT) sind hier verbreitet.

Im Einzelhandel ist die Kundennachfrage direkt. Omnichannel-Handel macht die Bestandssteuerung komplexer, da laut einer aktuellen Studie 66 % der deutschen Verbraucher zwischen Online- und Offline-Einkäufen wechseln.

Im Großhandel stehen Unternehmen zwischen Hersteller und Einzelhändler. Die Herausforderung liegt in der Breite des Sortiments.

Praxistipp für den Großhandel

Im Großhandel lohnt es sich besonders, die ABC-Analyse regelmäßig zu aktualisieren. Artikel können durch Marktveränderungen schnell zu A-Artikeln werden.

So unterstützt monday AI Work Platform dein Bestandsmanagement

monday AI Work Platform ist eine Arbeits- und Projektmanagement-Software, die auf dem monday.com Work OS aufgebaut ist, einer digitalen Arbeitsplattform, auf der Teams ihre gesamte Arbeit zentral organisieren. Für das Bestandsmanagement bedeutet das:

  • Boards für die Bestandsverfolgung: Jede Zeile steht für einen Artikel, jede Spalte für eine Information wie Menge oder Lieferant.
  • Automatisierungen für Nachbestellungen: Sobald ein Artikel den Bestellpunkt erreicht, löst das System automatisch eine Benachrichtigung aus.
  • Integrationen mit bestehenden Systemen: Verbindung mit über 200 externen Tools wie ERP-Systemen oder Slack.

Zusätzlich unterstützt monday sidekick, ein KI-Assistent, die Analyse von Bestandsdaten und die Identifizierung von Trends.

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Integrationen und Automatiseirungs Funktionen

Bestandsmanagement heute angehen und Lagerkosten dauerhaft senken

Du hast jetzt die wichtigsten Werkzeuge an der Hand, um deine Bestände gezielt zu steuern statt nur zu verwalten. Du kennst die ABC-XYZ-Analyse und kannst ermitteln, welche Artikel deine volle Aufmerksamkeit verdienen. Die Berechnung von Sicherheitsbeständen und Bestellpunkten gibt dir die Sicherheit, dass du weder zu viel Kapital bindest noch Lieferengpässe riskierst. Die fünf zentralen Kennzahlen zeigen dir laufend, wo dein System gut funktioniert und wo du nachsteuern musst.

Bestandsmanagement bleibt eine fortlaufende Aufgabe. Die Parameter ändern sich mit deinem Geschäft, und das ist völlig normal. Wichtig ist, dass du einen strukturierten Prozess aufbaust, der mit dir wächst. Digitale Plattformen wie monday AI Work Platform können dir dabei helfen, den Überblick zu behalten und Routineaufgaben zu automatisieren, damit du dich auf die strategischen Entscheidungen konzentrieren kannst.

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Häufig gestellte Fragen zum Bestandsmanagement

Bestandsmanagement bezeichnet die systematische Planung, Steuerung und Überwachung aller Warenbestände in einem Unternehmen, mit dem Ziel, die richtige Menge zur richtigen Zeit am richtigen Ort verfügbar zu haben.

Ein Bestandsmanager überwacht Lagerbestände, prognostiziert den Bedarf, legt Bestellpunkte fest und koordiniert die Zusammenarbeit mit Lieferanten.

Die wichtigsten Kennzahlen sind der Lagerumschlag, die Reichweite, der Servicegrad, die Bestandsgenauigkeit und die Obsoleszenzrate.

Bestandsverwaltung ist der operative Teil (Erfassung und Buchung), während Bestandsmanagement die übergeordnete Planung und strategische Optimierung umfasst.

Es hilft Teams dabei, Lagerbestände zentral auf digitalen Boards zu verfolgen, Bestellpunkte mit Automatisierungen zu überwachen und Echtzeit-Dashboards zu nutzen.

 

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